Montag, August 29, 2005

Das Berlin Zentralasiens

Taschkent, 28. August - 2. September

Die usbekische Hauptstadt präsentierte sich uns bei den ersten Autofahrten durch die Straßen mit viel Grün, Glas und Beton. In der Tat trägt das Stadtzentrum die Handschrift jüngerer Architekten, deren Auftraggeber zum einen über viel Geld verfügen und zum anderen einen Hang zum Pathos, um nicht zu sagen zum Bombast, besitzen müssen. Modernste Büro- und Repräsentativpaläste, die man vielleicht in einer westlichen Metropole, nicht aber irgendwo in Zentralasien vermuten würde - wenngleich Taschkent mit seinen zweieinhalb Millionen Einwohnern sicher nicht irgendein Provinznest ist. Dies erinnerte mich - neben den großzügigen Grünflächen und dem weitläufigen, "multipolaren" Zentrum - stark an unsere eigene Hauptstadt.

Jetzt ist die Stelle gekommen, um Rustams Schwiegereltern fuer die wundervolle Gastfreundschaft und selbstlose Mühe, die sie sich mit uns gaben, zu danken. Nach einem ebenso schmackhaften wie opulenten Frühstück nahm Anwar (unser Gastgeber) uns mit zu einer Koranlesung, wo man nicht nur Koransuren und uzbekischer Musik lauschen konnte, sondern auch ein scharf angebratenes, orientalisch gewürztes Plov sowie andere Köstlichkeiten essen konnte. Anschließend wurden wir zu Rustams leerstehender Wohnung gebracht, und erhielten gleich eine Einladung zum (ebenfalls fantastischen) Abendessen am selben Tag. Überflüssig zu erwähnen, daß es absolut unvergleichlich ist, in dieser Weise empfangen zu werden.

Entgegen unseren eigenen Erwartungen hielt Taschkent, das auch einige alte Bauwerke besitzt, uns länger gefangen als erwartet. Es ist einfach eine sehr angenehme Stadt, in der man gerne mal das Tempo verlangsamt, um auf einem der prächtigen Plätze den Blick oder das schöne Wetter zu genießen oder in einem Café eine Kleinigkeit zu sich zu nehmen. Außerdem stand am 31.8./1.9. der Unabhängigkeitstag an. Als wir jedoch am Abend des 31. August uns in die Richtung aufmachten, wo das Feuerwerk stattfinden sollte, wurde uns an einer Straßensperre der Durchgang verwehrt - Zutritt nur für geladenene Gäste. An einem anderen Übergang waren wir erfolgreicher und wurden durchgewinkt. Innerhalb der gesperrten Zone herrschte Belagerungszustand - kaum ein Mensch auf den Straßen, geschweige denn ein Auto unterwegs, gespenstische Ruhe. Erst als wir auf einen zentralen Platz zuliefen, begegneten uns mehrere Anwohner, die genauso wie wir das Feuerwerk verfolgen wollten. Die oberen Zehntausend waren in einer großen Konzerthalle bzw. auf einem dazugehörigen Platz unter sich. Nach längerem Warten, das wir nutzten, um uns mit zwei jungen Usbeken (Abror und Azror) anzufreunden, fand endlich ein imposantes Geballere statt, das den Vorabend des Unabhängigkeitstages schwungvoll abschloß.

Am nächsten Tag führte uns Abror durch ein ausgelassenes, in Volksfeststimmung befindliches Taschkent (Straßen- und Parkfeste), bevor wir unseren Taschkent-Aufenthalt mit einem weiteren Abendessen bei Scharipows (unseren Gastgebern) ausklingen ließen. Diesmal waren auch weitere Gäste geladen, was zu einer noch herzlicheren und schöneren Atmosphäre führte. Noch einmal vielen herzlichen Dank an Anwar und Sonja für die wundervollen Tage in Taschkent!

Naechtliche Fahrt und Sonnenaufgang (frei nach Sibelius)

Der Kasachstan-Transit, 27./28. August

Am Abend des 27. August machten wir uns zum Bischkeker Busbahnhof auf. Unser Ziel war ein alter, ausrangierter französischer Reisebus, der uns nach Taschkent bringen sollte. Bereits beim Anblick der Fahrer - verwegen aussehender Gestalten - kamen uns Zweifel, ob wir nicht am falschen Ende gespart hätten, indem wir den Bus dem Flugzeug vorgezogen hatten. Als wir auf der gewohnt miserablen kirgisischen Straße der Grenze entgegentuckerten, verstärkte sich dieses Gefühl, und die geschätzte Fahrtzeit von 12 Stunden kam uns eher optimistisch vor. Uns fiel auf, daß dieser Streckenabschnitt dicht besiedelt war - überall entlang der Straße Häuser und Stände, was an großen Überlandstraßen nicht unbedingt die Regel ist. Kurz vor Mitternacht passierten wir die Grenze, was nicht nur absolut problemlos ablief, sondern uns in Gestalt einer ebenso attraktiven wie charmanten Grenzbeamtin sogar angenehm überraschte. Da der Bus länger brauchte, um die (übrigens gut frequentierte) Grenze zu überschreiten, quatschten wir noch etwas mit einer uigurischen Familie und kauften für unsere letzten Som leckeres kasachisches Blätterteiggebäck.

Zurück im Bus litten wir weiter unter den bereits zurückgefallenen und nicht mehr verstellbaren Sitzen, was gerade für mich (wegen der langen Beine) eine etwas enge Geschichte war. Vor uns saßen zudem zwei Stabiluschkas, kasachsiche Bauersfrauen mit Kopftuch, die jede mindestens einen Doppelzentner auf die Waage brachten. Sie wurden nur von meiner gleich gekleideten Nachbarin auf der anderen Seite des Ganges übertroffen, die jedem Superschwergewichtler Konkurrenz gemacht hätte. Der junge Mann, der neben ihr saß, konnte einem leidtun.

Nach längerer Fahrt durch menschenleere Steppe hielten wir an einer überraschend belebten Raststätte (ein paar Cafés und Geschäfte), aus der selbst um halb drei noch aufdringliche Musik donnerte. Danach probierten wir weiter, trotz leicht unnatürlicher Lagen Schlaf zu finden, was uns letztlich auch mehr oder weniger gelang. Schließlich weckte uns ein grandioser Sonnenaufgang über einer ebenso gelbfarbenen, trockenen Landschaft, bevor wir zwei Stunden später die Grenze erreichten - wo unser Bus endete. Kaum waren wir ausgestiegen, umdrängten uns Scharen von fliegenden Händlern, die unser Gepäck transportieren und uns usbekische Sum aufdrängen wollten. Hierzu muß man wissen, daß die usbekische Notenbank eine Politik verfolgt, die nicht nur eine saftige Inflation nach sich gezogen hat, sondern auch dazu geführt hat, daß die höchste usbekische Note (1000 Sum) einen Gegenwert von etwa 70 Cent hat. Da es auf usbekischer Seite keine Wechselmöglichkeiten geben sollte, waren wir also gezwungen, uns für einen kleinen Betrag (10 USD) mit diesen Gaunern einzulassen - und natürlich fehlten in unserem dicken 200-Sum-Stapel einige Geldscheine. Nach dem - erneut problemlosen - Grenzübertritt (offenbar werden Westeuropäer an der Grenze bevorzugt behandelt) umschwirrte uns dann die Taximafia, der wir nur durch einen einkilometrigen Fußmarsch entrinnen konnten. Nach dem nahegelegenen Taschkent nahmen wir schließlich einen Minibus und riefen Rustams Schwiegervater an, mit dem wir uns bald darauf trafen und dessen reizende Frau uns ein reichliches Frühstück servierte.

Damit aber nicht genug: Kaum hatten wir uns eine halbe Stunde aufs Ohr gelegt, lud unser Gastgeber uns ein, mit ihm zu einem muslimischen Fest mitzukommen - was ich aber, da ich dvenadtsat´ chjasov (12 Uhr) und dvadtsat´ chjasov (20 Uhr) verwechselt hatte, erst am Abend erwartet hatte.

Eine redaktionelle Mitteilung zum Schluß: Hanno schreibt seine Berichte nach wie vor unter http://zentralasiate.blogspot.com

Freitag, August 26, 2005

Warten auf Godot

Der Weg vom Issyk-Kul zurück nach Bischkek, 25. August

Samuel Becketts bekannteste Figuren, die beiden Tramps Wladimir und Estragon, haben kein Problem damit, tagelang auf den unbekannten Godot zu warten. Offenbar zieht es sie zu keinem bestimmten Ort. Wir wollten hingegen Tamga, einen kleinen Badeort am Issyk-Kul-See, verlassen und am Abend desselben Tages in Bischkek ankommen. Angesichts einer Strecke von etwa 300 Kilometern ein moderates Unternehmen, aber der Teufel steckte im Detail. An der Bushaltestelle war das einzige Fahrzeug, das anhielt, ein großer Autobus, mit dessen Brüdern und Schwestern wir schon traumatische Erfahrungen gesammelt hatten. Also nicht einsteigen. Alle anderen Fahrzeuge, ob privat oder öffentlich, fuhren weiter. Als dann einmal ein Minibus anhielt, war dieser so voll, daß wir meinten, es uns leisten zu können, auf den nächsten Bus zu warten, anstatt Stunden in gebückter Haltung zuzubringen. Eine Entscheidung mit Folgen. Nach geschlagenen zweieinhalb Stunden standen wir immer noch in der prallen Sonne, ohne daß etwas passiert wäre. Immerhin war an der Lage der Haltestelle - oberhalb einer türkisfarbenen Bucht, mit Blick auf die Gebirge zu beiden Seiten des Sees - nichts auszusetzen.

Schließlich entschloß ich mich, in den Ort zu gehen, um ein Taxi zu organisieren. Währenddessen fuhr natürlich ein großer Bus vorbei sowie ein Privatauto, daß wir mit anderen hätten teilen können. Selbstverständlich war mein Versuch erfolglos und Murphys Gesetz wieder einmal bestätigt. Als wir bereits der Verzweiflung nahe waren, hielt - dreieinhalb Stunden fruchtlosen Wartens waren vergangen - doch noch ein Kleintransporter, der uns für ein Appel und ein Ei auf improvisierten Rückbänken mitnahm. Hier nahmen wir hinter und neben ein paar Kirgisen Platz. Erleichtert brausten wir Bischkek entgegen, und der Fahrer, das muß man ihm zugutehalten, schonte den Wagen auf den schlechten Pisten nicht. Unterwegs stoppten wir ein paar Male, sei es, weil die Fahrer kurz schwimmen gehen wollten oder weil wir uns mit Fressalien (leckerer Räucherfisch!) eindeckten. Außerdem fühlten wir uns zwischendurch wie illegale Einwanderer, als die Chefs uns an einigen Polizeiposten anhielten, die Köpfe zu ducken, da die lokale militsia dem Geld nicht abhold sei (illegale Personenbeförderung?).

Insgesamt ging es aber recht zügig voran, und nach etwas mehr als 5 Stunden Fahrt kamen wir glücklich in Bischkek an. Jetzt stehen ein, zwei Tage Erholung an, bevor die lange und recht strapaziöse Fahrt nach Taschkent in Angriff nehmen.

Amerikanische Verhältnisse

Karakol und Umgebung, den 22./23. August

Amerikareisende wissen, daß es im Westen des Landes der unbegrenzten Möäglichkeiten viele Nationalparks mit spektakulären Felsformationen gibt. Eher unbekannt ist hingegen, daß es ähnliche Naturwunder auch in Kirgisien zu sehen gibt - in einem Teil des Tienschan, der ansonsten eher an unsere Alpen erinnert. Mitten in einer bewaldeten Berglandschaft standen Monolithe aus rotem Sandstein, die poetische Namen wie "Sieben Bullen" oder "Gebrochenes Herz" trugen. Ein wunderschönes Gebiet für Wanderungen, und so verbrachten wir auch zwei Tage in dieser Gegend. Abends kehrten wir nach Karakol zurück, wo uns unsere Wirtin mit reichlich dargebotenen Köstlichkeiten der kirgisischen Küche bewirtete. Der kulinarische Höhepunkt stand jedoch beim Frühstück an - eine Johannisbeermarmelade, die - `tschuldigung - selbst den Vergleich mit der Vierfrucht-Marmelade meiner Großmutter nicht zu scheuen brauchte. Überhaupt schmecken die Früchte hier häufig viel besser als unsere europäischen Erzeugnisse - wenn sie nicht gerade aus dem eigenen Garten kommen.

Kleine Typologie kirgisischer Fortbewegungsmittel

In der Erkenntnis, daß die im "Lonely Planet" enthaltenen Informationen die Lage nur teilweise zutreffend wiedergeben:

Großer Bus öffentlich: Sieht aus, als wäre er geradewegs aus den 60er Jahren in die Gegenwart versetzt worden, allerdings inklusive Abnutzungserscheinungen (siehe auch das Posting "Der älteste Bus der Welt"). Schafft einen Schnitt von ungefähr 30 Stundenkilometern und hält an jeder Ziegenherde (die snd häufiger als Straßenecken). Mit etwas Glück erreicht man sein Ziel, mit etwas Pech bricht der Bus auseinander. Federung ist unbekannt, und da die Straßen eigentlich für Jeeps geschaffen sind, fühlt man sich nachher wie nach einigen Stunden auf einem Hölleninstrument auf der Kirmes. Dafür erlebt man immerhin einige Einblicke in die ländlichen Verhältnisse in Kirgisien und fährt quasi umsonst.

Kleiner Bus öffentlich, Marschrutka: Fährt schneller als der große Bus und ist in der Regel ein VW-Bus, der zum Personentransport eingesetzt wird. Ist immer überfüllt, atmen unmöglich. Dafür aber - wie oben geschrieben - etwas effektiver. Außerdem weniger Stops, da weniger Passagiere. Als wir in Tamga auf so ein Ding warteten, fuhr eine nicht näher bestimmte große Anzahl an den Dingern an uns vorbei, ohne anzuhalten.

Kleiner Bus privat, Kleintransporter: Preis/Leistungstechnisch optimal. Fahrgefühl ähnlich wie in einer Marschrutka, dafür nicht ganz so überfüllt. Dennoch auf längeren Strecken anstrengend. Schafft wegen der hervorragenden Straßenverhältnisse einen Schnitt von etwa 60 km/h. In der Regel keine akute Gefahr einer Panne.

Zug: Bitte was?

Taxi/Sammeltaxi: Es klingt absurd, über längere Strecken ein Taxi benutzen zu wollen, aber dies ist eine gängige Methode, den Aufenthaltsort zu wechseln. Kann eine zusammengebastelte Schrottkarre sein, aber auch ein ausrangierter VW Passat aus den späten 80er Jahren. Im letzteren Fall fährt man sehr entspannt, aber dafür ist es für kirgisische Verhältnisse nicht ganz billig. (Man mietet das ganze Auto und teilt durch die Anzahl der Passagiere, auf 300 km sind das insgesamt ungefähr 30 Euro).

Donnerstag, August 25, 2005

Bischkek, die Zweite

Nach einer etwas abenteuerlichen, aber gluecklich verlaufenen Busfahrt sind wir vom Issyk-Kul-See zurueck in der kirgisischen Hauptstadt. Morgen folgt mehr!

Sonntag, August 21, 2005

Der älteste Bus der Welt

Karakol, den 21. August 2005

Heute vormittag verabschiedeten wir uns von Kairat, verließen unseren Badeort und machten uns mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg ins 120 km entfernte Karakol. Der erste Bus, der vorbeikam, war zufälligerweise ein großer Reisebus, der schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hatte. Unwillig, länger zu warten, stiegen wir ein, was sich als Entscheidung mit Folgen herausstellen sollte. Die Summe von 60 Sum p.P. (ca. 1 Euro), die uns abgenommen wurde, war ebenso unwahrscheinlich wie der weitere Verlauf der Reise. Die Insassen sahen mit ihren phantastischen Kopfbedeckungen wie zentralasiatische Märchenfiguren aus, aber der Bus selbst war auch nicht ohne. Bei jedem Schlagloch wurde der Innenraum durcheinandergerüttelt, und bei jeder Haltestelle brauchte der Fahrer mehrere Versuche, bis es ihm gelang, einen Gang einzulegen. Der Bus hätte sich übrigens auch von selbst jeden Moment in seine Einzelteile zerlegen können. Der Krug geht aber bekanntlich so lange zum Brunnen, bis er bricht, und nach ca. eineinhalb Stunden hatten wir den Salat: es ging nicht mehr weiter. Eine dreiviertel Stunde lang reparierten Fahrer und Begleitperson (der bordeigene Handwerker) die Karre, die ich schon im Geiste auf dem Schrottplatz sah. Dann geschah aber das kleine Wunder, und wir konnten weiterfahren. Bei der ein oder anderen Steigung hatte ich uns wieder inmal abgeschrieben, aber nach insgesamt dreieinhalb Stunden hatten wir Karakol erreicht (und bald ein nettes Privatquartier gefunden).

Ab morgen geht es dann für die eine oder andere Tageswanderung in die Berge!

Samstag, August 20, 2005

Mallorca am Tienschan

Kairat hatte uns überzeugt, mit ihm zum Issyk-Kul-See mitzufahren und dort ein paar Tage auszuspannen. Nach einer mehrstündigen Autofahrt kamen wir an einem herrlichen, von schneebedeckten Bergen umrahmten See an, in dem wir sogar baden konnten (Temperatur ca. 20 Grad). Ein Badeurlaub im Hochgebirge! Am Abend aßen wir mit Kairat und seinem Freund zusammen die lokalen Spezialitäten (die meistens auf Hammelfleisch basieren) und saßen danach im Strandcafé bei dem ein oder andern Gläschen Bier und Wodka. Gemeinerweise wird nach jedem Glas Wodka unmittelbar ein Glas Tan (schmeckt ungefähr wie Ayran) getrunken, so daß man den Effekt des Alkohols zunächst nicht merkt. Dazu werden gefühlvolle Toasts ausgesprochen ("за любов!"). Eher kurios ist hingegen, daß man sich selber nichts einschenkt, da man sonst für einen Alkoholiker gehalten wird. Angesichts der Tatsache, wieviel die Kirgisen wegputzen (zwei Flaschen Wodka beim Mittagessen waren an einem Tisch mit 6 Personen nichts Außergewöhnliches), vergebene Liebesmüh.

Während wir uns dann gegen 11 Uhr abseilten (und auch schon einen im Tee hatten), feierten die anderen noch weiter. Kairat erzählte uns dann am nächsten Morgen wirre Geschichten, daß er zunächst am Strand gelegen/geschlafen hätte, sich nicht mehr erinnern könnte und nur wüßte, daß sein Kumpel ihn irgendwann ins Auto gebracht hat, wo er den Rest der Nacht verbrachte.

Obwohl unser Quartier für unsere Verhältnisse alles andere als teuer war, wurde es dennoch nur von der kirgisischen und kasachischen Oberschicht frequentiert, die dort die Sau rausließ. Es hätte auch ein ganz normales Feriendomizil am Mittelmeer sein können.

Am letzten Abend wurde die Sicht richtig klar und wir konnten fast den ganzen See und die umliegenden Berge überblicken. Es war einer der Momente, in denen ich mir wünschte, daß das Auge mit einem 360°-Objektiv versehen wäre, um die ganze Schönheit und Grandiosität der uns umgebenden Landschaft zu erfassen.

Kirgisendisko

...in Bischkek - das schlaegt Kaminers "Russendisko" um Laengen! Kairat hat uns zunächst in ein Café am Stadtrand entführt, wo wir lecker zu Abend gegessen haben, danach ging es auf seinen Wunsch noch in die Disko. Sowohl westliche als orientalisch angehauchte Musik, lauter junge Leute (aber immerhin nicht so jung, daß ich mich als Dinosaurier fühlen mußte). "Who let the dogs out" war der Song des Abends!

Mittwoch, August 17, 2005

Auf asiatischem Boden

Nach einem unproblematischen Flug sind wir jetzt im aussergewoehnlich gruenen, aber nicht weiter aufregenden Bischkek, der Hauptstadt Kirgisiens. Ein Kirgise, den wir im Flugzeug kennengelernt haben und der in Deutschland an der BW-Uni (!) studiert, hat uns heute morgen ein wenig durch die Stadt gefuehrt und die Vorzuege des Bischkeker Nachtlebens angepriesen. Nun ja, wir werden sehen!

Ab morgen geht es wahrscheinlich Richtung Issyk-Kul, dem grossen See im Osten des Landes.

Montag, August 15, 2005

Einleitung

Auf dieser Seite schreibe ich über meine Asienreise vom 16. August bis zum 15. Oktober 2005, die ich gemeinsam mit einem guten Freund unternehme. Die Reise führt uns von Bischkek in Kirgisien über Taschkent, Samarkand und Buchara nach Persien, bevor wir von Dubai zurückfliegen.

Der Name "Givry" kommt übrigens daher, daß ein 2000er Givry die letzte Flasche Rotwein war, die ich mit ein paar Freunden beim Doppelkopf geleert habe. Sie war so ausgezeichnet, daß ich mich entschloß, den Namen für mein Weblog zu übernehmen.