Durch die Wüste
In Kerman machten wir uns am 3. Oktober auf, nicht ohne zuvor ein herrliches Mittagessen zu verspeisen, das Alis Mutter zubereitete (keshk bademjun). In Jasd suchten wir das bereits erwähnte Hotel auf - das 25$-Angebot war gültig und angesichts des großzügigen alten Innenhofs, in dem man wunderbar Tee trinken oder zu Abend essen (oder auch einfach nur dem Wasser in der Mitte lauschen) konnte, sein Geld mehr als wert. Besonders gut gefiel mir, daß die Zimmer direkt an den von einem riesigen Zelt überspannten Innenhof grenzten und ich nach dem Schlafengehen nicht die etwas sterile Stille eines normalen Hotelzimmers, sondern das leise Parlando der verbliebenen Gäste oder des Personals genießen konnte, so daß sich der Wechsel von draußen ins Zimmer weniger abrupt gestaltete. Am selben Abend fanden wir auch den einzigen uns bekannten "Saftladen" im Iran, der es mit dem in Masschad aufnehmen konnte.
Nachdem wir am Folgetag die Altstadt besichtigt hatten, verabredeten wir uns mit drei weiteren Europäern zu einer Wüstentour, und dinierten am Vorabend gemeinsam in unserem Hotel. Ein äußerst lebendiger und angenehmer Abend; gerade der Brite (auf dem Weg von London nach Thailand) hatte viel zu erzählen - vom Leben in London bis zu iranischen Konsulaten auf türkischem Boden - und tat dies in der humorvollen und lockeren Weise, die vielen seiner Landsleute zu eigen ist. Schließlich aber Nachtruhe, und am Folgetag ging es "durch die Wüste" - wir sahen ein charmantes, verfallendes Wüstendorf (Chanabad) , eine hübsche Provinzstadt mit einigen alten Relikten (Meibod) sowie ein zoroastrisches Heiligtum in dramatischer, geradezu in den Fels gehauener Lage an der Seitenwand eines Wüstentals (Tschak Tschak). Weniger wegen der Sehenswürdigkeiten an sich, sondern wegen der fantastischen Landschaft bleibt diese Tour einer meiner denkwürdigsten Eindrücke des Iran-Aufenthalts. Aber alles Schöne hat bekanntlich ein Ende, und wenige Stunden, nachdem wir nach Jasd zurückgekehrt waren, ging der Nachtzug nach Bandar-e Abbas: eine Hafenstadt, die für ihr schwüles, auch im Herbst äußerst unangenehmes Klima berüchtigt ist...
Nachdem wir am Folgetag die Altstadt besichtigt hatten, verabredeten wir uns mit drei weiteren Europäern zu einer Wüstentour, und dinierten am Vorabend gemeinsam in unserem Hotel. Ein äußerst lebendiger und angenehmer Abend; gerade der Brite (auf dem Weg von London nach Thailand) hatte viel zu erzählen - vom Leben in London bis zu iranischen Konsulaten auf türkischem Boden - und tat dies in der humorvollen und lockeren Weise, die vielen seiner Landsleute zu eigen ist. Schließlich aber Nachtruhe, und am Folgetag ging es "durch die Wüste" - wir sahen ein charmantes, verfallendes Wüstendorf (Chanabad) , eine hübsche Provinzstadt mit einigen alten Relikten (Meibod) sowie ein zoroastrisches Heiligtum in dramatischer, geradezu in den Fels gehauener Lage an der Seitenwand eines Wüstentals (Tschak Tschak). Weniger wegen der Sehenswürdigkeiten an sich, sondern wegen der fantastischen Landschaft bleibt diese Tour einer meiner denkwürdigsten Eindrücke des Iran-Aufenthalts. Aber alles Schöne hat bekanntlich ein Ende, und wenige Stunden, nachdem wir nach Jasd zurückgekehrt waren, ging der Nachtzug nach Bandar-e Abbas: eine Hafenstadt, die für ihr schwüles, auch im Herbst äußerst unangenehmes Klima berüchtigt ist...

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