Freitag, August 26, 2005

Kleine Typologie kirgisischer Fortbewegungsmittel

In der Erkenntnis, daß die im "Lonely Planet" enthaltenen Informationen die Lage nur teilweise zutreffend wiedergeben:

Großer Bus öffentlich: Sieht aus, als wäre er geradewegs aus den 60er Jahren in die Gegenwart versetzt worden, allerdings inklusive Abnutzungserscheinungen (siehe auch das Posting "Der älteste Bus der Welt"). Schafft einen Schnitt von ungefähr 30 Stundenkilometern und hält an jeder Ziegenherde (die snd häufiger als Straßenecken). Mit etwas Glück erreicht man sein Ziel, mit etwas Pech bricht der Bus auseinander. Federung ist unbekannt, und da die Straßen eigentlich für Jeeps geschaffen sind, fühlt man sich nachher wie nach einigen Stunden auf einem Hölleninstrument auf der Kirmes. Dafür erlebt man immerhin einige Einblicke in die ländlichen Verhältnisse in Kirgisien und fährt quasi umsonst.

Kleiner Bus öffentlich, Marschrutka: Fährt schneller als der große Bus und ist in der Regel ein VW-Bus, der zum Personentransport eingesetzt wird. Ist immer überfüllt, atmen unmöglich. Dafür aber - wie oben geschrieben - etwas effektiver. Außerdem weniger Stops, da weniger Passagiere. Als wir in Tamga auf so ein Ding warteten, fuhr eine nicht näher bestimmte große Anzahl an den Dingern an uns vorbei, ohne anzuhalten.

Kleiner Bus privat, Kleintransporter: Preis/Leistungstechnisch optimal. Fahrgefühl ähnlich wie in einer Marschrutka, dafür nicht ganz so überfüllt. Dennoch auf längeren Strecken anstrengend. Schafft wegen der hervorragenden Straßenverhältnisse einen Schnitt von etwa 60 km/h. In der Regel keine akute Gefahr einer Panne.

Zug: Bitte was?

Taxi/Sammeltaxi: Es klingt absurd, über längere Strecken ein Taxi benutzen zu wollen, aber dies ist eine gängige Methode, den Aufenthaltsort zu wechseln. Kann eine zusammengebastelte Schrottkarre sein, aber auch ein ausrangierter VW Passat aus den späten 80er Jahren. Im letzteren Fall fährt man sehr entspannt, aber dafür ist es für kirgisische Verhältnisse nicht ganz billig. (Man mietet das ganze Auto und teilt durch die Anzahl der Passagiere, auf 300 km sind das insgesamt ungefähr 30 Euro).