Sonntag, September 04, 2005

"...Kamele zu kaufen in Samarkand."

Nein, Kamele gibt es hier nicht mehr, aber daß Samarkand eine orientalische Stadt ist, läßt sich nur schwer verleugnen. Grandiose Bauwerke (Registan, Guri-Amir-Mausoleum, etc.) aus der Zeit der Timuriden lassen uns wenig Zeit für andere Aktivitäten (wie Surfen im Internet), aber im Prinzip gibt es wenig zu schreiben, was nicht auch in Reiseführern stünde. (Das soll natürlich nicht heißen, daß Samarkand langweilig wäre, ganz im Gegenteil, es ist eine faszinierende und überwältigend schöne Stadt!)

Da die Stadt an einer Kreuzung verschiedener Wege liegt, trifft man hier die ausgefallensten Touristen - zwei Japanerinnen, die nach einem "cheap room" fragen und ein Zimmer mit Frühstück von 7$ p.P. auf 6$ p.P. herunterhandeln. Oder das australische Paar, das 15 Monate lang von London nach Singapur radelt. Oder die beiden britischen Mittzwanziger, die 3 Monate lang eine Schrottkarre von der Insel in die Mongolei kutschieren - einen "breakdown" in Turkmenistan inklusive, mit der Folge, daß sie das Visum überziehen mußten und nun nie wieder nach Turkmenistan einreisen dürfen... Der Gipfel ist jedoch ein älterer Australier, der seit 9 Jahren auf seiner Harley-Davidson um die Welt reist und dabei locker, souverän und außerdem gepflegt wirkt. Überhaupt ist die typische Rucksacktouristen-Klientel hier relativ spärlich vertreten und fast alle Reisenden haben eine interessante Geschichte oder ein interessantes Ziel, nicht wenige haben ihren Job an den Nagel gehängt, um zu reisen.