Der Höllenritt nach Aschgabat
Der Weg von Buchara nach Aschgabat, 8. September 2005
Ein typisches Problem einer Turkmenistan-Reise besteht darin, ein Visum zu bekommen, um überhaupt erst einreisen zu dürfen. Möchte man nicht 40€ pro Tag an einen lizensierten Führer abdrücken oder besitzt man gute geschäftliche Kontakte, so besteht die einzige Möglichkeit darin, ein Transitvisum zu beantragen. Dies hat gewisse Vorteile, da z.B. keine Registrationspflicht im Hotel besteht, aber den gravierenden Nachteil, daß das resultierende Zeitfenster sehr eng ist - in unserem Fall vom 8. bis zum 11. September. Wir entschlossen uns also, direkt das 720 km entfernte Aschgabat, die nahe der iranischen Grenze gelegene Hauptstadt, anzusteuern.
Nachdem die Zöllner uns einigermaßen in Ruhe gelassen hatten (sie ließen uns aus einer Mischung aus Pflichtbewußtsein, Neugier und Langeweile unser Gepäck auspacken, stellten uns aber nicht vor ernsthafte Probleme) und wir die Taxihaie an der Grenze einigermaßen unbeschadet überstanden hatten, fanden wir einen Fahrer, der bereit war, uns von Turkmenabat (dem früheren Charjou) nach Aschgabat zu bringen und unterwegs mit uns die Ausgrabungen von Merw zu besichtigen. Dies klappte vorzüglich, weil Robert de Niro (unser Spitzname für den Fahrer) auf den relativ guten turkmenischen Straßen sowohl ordentlich Gas gab als auch die periodisch wiederkehrenden Streckenposten, die uns mißtrauisch beäugten, gut im Griff hatte, so daß wir zügig durchkamen. (Die Engländer, von denen ich im Samarkand-Posting sprach, verbrachten hier im Schnitt eine halbe Stunde, allerdings waren sie auch mit dem eigenen Auto unterwegs. Offenbar stellten sie eine willkommene Abwechslung für die 18jährigen Rekruten dar, die meistens das Gros der Soldaten stellten.) Merw enttäuschte uns ebenfalls nicht, so daß wir nach 10 Stunden im Auto und 15 Stunden Reisezeit spät in Aschgabat ankamen und noch mal schnell auf dem Schwarzmarkt Geld umtauschten. Der Kurs war - wahrscheinlich aufgrund der späten Stunde - relativ schlecht, aber im Vergleich zu den offiziellen Kursen immer noch das Vier- bis Fünffache. Danach verabschiedeten wir uns von de Niro und suchten im Hotelvorort Berzengi Quartier. Dieser besteht aus 15-20 im historisierenden Stil gebauten Hotels, von denen das pompöseste und aufdringlichste - welch Wunder - den Namen "Hotel President" trägt und mit einem großen Turkmenbaschi-Bild verziert ist. Diese i.d.R. äußerst komfortablen, in historisierendem Stil erbauten Quartiere sind jedoch dank der Hotelleidenschaft von Turkmenbaschi hochsubventioniert und daher auch für Reisende mit eingeschränktem Budget sehr erschwinglich. Das Quartier, in dem wir uns schließlich einfanden, ließ, was Zimmer, Bad, Service und Eingangshalle (mit einerm großen, verzierten Schachtisch!) betrifft, schließlich auch kaum Wünsche offen. Leben wie Gott in Turkmenistan, mit der freundlichen Unterstützung des Hotelbaschis.
Ein typisches Problem einer Turkmenistan-Reise besteht darin, ein Visum zu bekommen, um überhaupt erst einreisen zu dürfen. Möchte man nicht 40€ pro Tag an einen lizensierten Führer abdrücken oder besitzt man gute geschäftliche Kontakte, so besteht die einzige Möglichkeit darin, ein Transitvisum zu beantragen. Dies hat gewisse Vorteile, da z.B. keine Registrationspflicht im Hotel besteht, aber den gravierenden Nachteil, daß das resultierende Zeitfenster sehr eng ist - in unserem Fall vom 8. bis zum 11. September. Wir entschlossen uns also, direkt das 720 km entfernte Aschgabat, die nahe der iranischen Grenze gelegene Hauptstadt, anzusteuern.
Nachdem die Zöllner uns einigermaßen in Ruhe gelassen hatten (sie ließen uns aus einer Mischung aus Pflichtbewußtsein, Neugier und Langeweile unser Gepäck auspacken, stellten uns aber nicht vor ernsthafte Probleme) und wir die Taxihaie an der Grenze einigermaßen unbeschadet überstanden hatten, fanden wir einen Fahrer, der bereit war, uns von Turkmenabat (dem früheren Charjou) nach Aschgabat zu bringen und unterwegs mit uns die Ausgrabungen von Merw zu besichtigen. Dies klappte vorzüglich, weil Robert de Niro (unser Spitzname für den Fahrer) auf den relativ guten turkmenischen Straßen sowohl ordentlich Gas gab als auch die periodisch wiederkehrenden Streckenposten, die uns mißtrauisch beäugten, gut im Griff hatte, so daß wir zügig durchkamen. (Die Engländer, von denen ich im Samarkand-Posting sprach, verbrachten hier im Schnitt eine halbe Stunde, allerdings waren sie auch mit dem eigenen Auto unterwegs. Offenbar stellten sie eine willkommene Abwechslung für die 18jährigen Rekruten dar, die meistens das Gros der Soldaten stellten.) Merw enttäuschte uns ebenfalls nicht, so daß wir nach 10 Stunden im Auto und 15 Stunden Reisezeit spät in Aschgabat ankamen und noch mal schnell auf dem Schwarzmarkt Geld umtauschten. Der Kurs war - wahrscheinlich aufgrund der späten Stunde - relativ schlecht, aber im Vergleich zu den offiziellen Kursen immer noch das Vier- bis Fünffache. Danach verabschiedeten wir uns von de Niro und suchten im Hotelvorort Berzengi Quartier. Dieser besteht aus 15-20 im historisierenden Stil gebauten Hotels, von denen das pompöseste und aufdringlichste - welch Wunder - den Namen "Hotel President" trägt und mit einem großen Turkmenbaschi-Bild verziert ist. Diese i.d.R. äußerst komfortablen, in historisierendem Stil erbauten Quartiere sind jedoch dank der Hotelleidenschaft von Turkmenbaschi hochsubventioniert und daher auch für Reisende mit eingeschränktem Budget sehr erschwinglich. Das Quartier, in dem wir uns schließlich einfanden, ließ, was Zimmer, Bad, Service und Eingangshalle (mit einerm großen, verzierten Schachtisch!) betrifft, schließlich auch kaum Wünsche offen. Leben wie Gott in Turkmenistan, mit der freundlichen Unterstützung des Hotelbaschis.

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